Suhler Amtsblatt

HISTORISCHES JANUAR 2019 15 Freies Wort 7. Januar 1969 Ihre neue Schule im Suhler Neubaugebiet Schwarzwas- serweg besichtigten die Schü- ler erstmals am gestrigen Nachmittag. Heute öffnet die 8. Oberschule offiziell für 760 Schüler und 31 Lehrer ihre Pforten. Den Mädchen und Jungen bieten sich in 20 hel- len Klassenräumen, vier Fach- unterrichtsräumen und zwei Werkräumen gute Lernmög- lichkeiten. Unser Foto zeigt die Lehrerin Frau Schlegelmilch mit ihrer ersten Klasse. Freies Wort 5. Januar 1969 Spartakiade der Alpinen in Al- brechts Nachdem am vergangenen Wochenende in Gehlberg die Staffelläufer den Auftakt zur IV. Kinder- und Jugendspar- takiade des Stadtkreises und des Landreises gaben, ist ab kommenden Freitag Albrechts Gastgeber für die Alpinen. Hier der Zeitplan: Freitag 14 Uhr Pflichttraining Abfahrts- lauf; 17 Uhr Eröffnung; Sonn- abend 9 Uhr Abfahrtslauf, 14 Uhr Riesenslalom; Sonntag, 9 Uhr Spezialslalom, 14 Uhr Ab- schlussveranstaltung mit Sie- gerehrung. Alle Wettbewerbe finden am „Gänserasen“ statt. Freies Wort 10. Januar 1969 Halle wird gut genutzt Suhl: Die Malimo-Halle in der Aue wird während der Winter- monate wirklich gut für den Sport genutzt. (Wir verweisen in diesem Zusammenhang nochmals auf das heute um 19 Uhr beginnende Fußball-Tur- nier der „Alten Herren“). Ein weiteres Hallenfußballturnier beginnt morgen um 13 Uhr. Die GSB ETW I und II, Motor Ost Zella-Mehlis I und Chemie Schmiedefeld I und II sind die Partner. Freies Wort 13. Januar 1969 „Geschützten-Werkstatt“ Erste Rehabilitationswerkstät- ten des Bezirkes eingerichtet Recht auf eine Arbeitsstelle ha- ben in unserem Staat auch alle diejenigen, die durch irgend- welche Krankheiten oder Un- fälle leistungsgemindert sind. Gerade ihnen gilt die besondere Fürsorge unseres Arbeiter- und Bauern-Staates. Der Artikel 24 unserer sozialistischen Verfas- sung, von dem sich alle Maß- nahmen der Rehabilitation ab- leiten lassen, dokumentiert dies aufs nachdrücklichste. Die Ein- richtung von Rehabilitations- werkstätten, die dazu dienen, leistungsgeminderte Bürger in den Arbeitsprozess einzu- gliedern und teilweise wieder auf den normalen Produktions- prozess vorzubereiten, sind für uns keine Seltenheit mehr. In unserem Bezirk wird dieses Beispiel, geschädigten Bürgern auf solcheWeise zu helfen, erst- mals in der PGH „Hubertus“ in Dietzhausen, Landkreis Suhl, praktiziert. In Zusammen- arbeit mit den Mitgliedern der PGH, den Vertretern der Kreis- stelle für Arbeitstherapie und Rehabilitation und des Amtes für Arbeit beim Rat des Kreises wurde eine solche „Geschütz- ten-Werkstatt“ mit 20 Arbeits- plätzen geschaffen. Vorbild- lich waren die Leistungen der PGH-Mitglieder, als es hieß, bis zum 1. Dezember 1968 aus einem „alten Schuppen“ eine Werkstatt mit besten sozialen und sanitären Voraussetzun- gen zu machen. Nach Feier- abend bauten die PGH-Mitglie- der einen hellen, freundlichen Arbeitsraum und statteten ihn mit entsprechenden Maschi- nen aus. Die erleichterten Ar- beitsbedingungen wirken sich günstig auf den Organismus und das Leistungsvermögen der Geschädigten aus, die von der Kreisstelle für Arbeitsthe- rapie und Rehabilitation für die Tätigkeit in der Geschütz- ten-Werkstatt ausgewählt wer- den und unter ständiger ärztli- cher Kontrolle stehen. Freies Wort 22. Januar 1919 Lernen nach Herzenslust Die neue 8. Oberschule im jüngsten und modernsten NeubaugebietderBezirksstadt Suhl – Schwarzwasserweg – ist der dritte Schulneubau in Suhl seit Bestehen unserer Repub- lik. 2,5 Millionen Mark wurden von unserem Staat ausgege- ben, damit 760 Mädchen und Jungen dort nach Herzenslust lernen, experimentieren und fröhlich sein können. Text/Bild: Archiv/Redaktion Was vor 50 Jahren geschah Historisches aus dem Stadtarchiv Jugendklubhaus am Bahnhof Was vor 100 Jahren geschah Historisches aus dem Stadtarchiv Henneberger Zeitung 2. Januar 1919 In der Sylversternacht ging es hier diesmal etwas lebhafter zu als in den letzten Jahren. Vielleicht ist das auf die Freu- de darüber zurückzuführen, dass wir zum ersten Mal ein neues Jahr antreten, in dem nicht mehr unmittelbarer Kriegszustand herrscht. Um die Mitternachtsstunde waren die Hauptstraßen sehr stark von jungen Leuten bevölkert. Es wurde reichlich Lärm ge- macht und geschossen, sonst aber blieb alles friedlich. In den Familien hat man wohl in diesem Jahre trotz Fehlens der Pfannkuchen und des Pun- sches doch wieder fast überall eine kleine Sylvesterfeier ge- macht, und vielerlei Wünsche mögen um die Mitternachts- stunde laut und leise erklun- gen sein. Wir wollen hoffen, dass wenigstens die meisten von ihnen in Erfüllung gehen. Henneberger Zeitung 2. Januar 1919 In unser Handelsregister, Abt. B, ist unter Nr. 10 bei der Firma Römerwerk, Waffenfabrik mit beschränkter Haftung heute eingetragen: Eugen Dornheim ist als Geschäftsführer aus- geschieden; an seiner Stelle ist Friedrich Resting zum Ge- schäftsführer bestellt. Die Pro- kura des Friedrich Resting ist erloschen. Das Amtsgericht Suhl, den 19. Dezember 1918 Henneberger Zeitung 4. Januar 1919 Tanzverbote für den Kreis Schleusingen Der Landrat veröffentlicht folgende Bekanntmachung: „Die jetzige Zeit ist zu ernst, um Festlichkeiten und Tan- zereien zu veranstalten, die besonders unter den älteren Kriegsteilnehmern und auch sonst in weiten Kreisen der Be- völkerung Anstoß erregen. Im Einvernehmen mit dem Arbei- terrat für den Kreis Schleusin- gen habe ich daher die Orts- polizeibehörden angewiesen, alle Tanzlustbarkeiten zu ver- bieten.“ Henneberger Zeitung 6. Januar 1919 Ein schöner, milder Winter- sonntag wurde uns gestern beschert. Es herrschte früh- lingshaft laue Witterung, die viele ins Freie lockte, wo der Wind schon stark trocknend nach der vielen Feuchtigkeit der vorausgegangenen Woche gewirkt hatte. Da die Haupt- bahnlinie z. Zt. auch für klei- nere Sonntagsausflüge nicht mehr in Betracht kommt, so werden Ausflüge in die Nach- barschaft jetzt meist auf Schusters Rappen ausgeführt, wobei das bisher schneefreie Wetter recht erwünscht war. Besonders lebhaft ist jetzt wieder der Fußgängerverkehr zwischen Suhl und Zella ge- worden. Henneberger Zeitung 9. Januar 1919 Die feindlichen Kriegsgefan- genen sind laut Bekanntma- chung der zuständigen Be- hörden im Bereich des 11. U. R. unverzüglich in ihre Stammla- ger zurückzusenden, und zwar handelt es sich hierbei um die englischen, französischen und italienischen Gefangenen. Die Arbeitgeber sind für den sofortigen Abschub verant- wortlich. – Ein größerer Trupp französischer und belgischer Kriegsgefangenen ging schon vor einigen Tagen von Suhl ins Stammlager ab. HennebergerZeitung 14. Januar 1919 Heinrichs. Bei den am Freitag hier stattfindenden Grund- stücksversteigerungen will der Arbeiter- und Soldatenrat mit allen gesetzlichen Mitteln dahin zu wirken versuchen, dass diese GrundstückeanHeinrichserBür- ger fallen. Die Versorgung der In- dustriegemeinden wie Heinrichs gibt berechtigtenAnlass dazu. HennebergerZeitung 21. Januar 1919 Streikbewegung Hier ist gestern Nachmittag von der Unabhängigen Sozialdemo- kratie der Generalstreik über sämtliche Betriebe verhängt worden. Ausgenommen sind nur die mit dem Lebensmittelwe- sen, der Kohlenversorgung und dem Bahntransport zusammen- hängenenden Betriebe, ferner Apotheken, Drogerien, Friseure, SchuhmacherunddieZeitungen. Dagegen sollen auch alle kleinen Geschäfte und das Dienstperso- nal eingeschlossen sein. Wie wir Meldungen von außerhalb ent- nehmen, ist dieser Protest-Gene- ralstreik ineinerweiterenAnzahl deutscher Orte ausgebrochen. Text/Bild: Archiv/Redaktion Gesamtansicht aus der Zeit, gezeichnet von O. Thomasczek aus Kassel

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