Suhler Amtsblatt

KULTUR | TOURISMUS | SPORT JANUAR 2019 3 Die CCS-Galerie Ein kulturelles Geheimfach im Zentrum von Suhl eit 2006 befindet sich die städtische Galerie im Congress-Centrum Suhl und führt die lang ge- hegte Tradition der Begnung mit Bildender Kunst fort. Der damaligen Gründerin der „Galerie im Atrium“ Annet- te Wiedemann, die 16 Jahre lang die Galerie leitete, ist zu verdanken, dass nicht nur zahlreiche regionale Künst- ler mit ihren Werken an die Öffentlichkeit treten durften, sondern, dass auch bekannte Größen, wie Willi Sitte und Waldo Dörsch gewürdigt wurden, weil sie das Stadt- bild von Suhl geprägt haben. Aber auch bildungspolitische und soziale Projekte wurden angeboten, wie eine Ausstel- lung, in der sich Künstler mit Schießscheiben kritisch aus- einandersetzten und in einer vielseitigen Ausstellung zu Waffen und Gewalt Position bezogen. Auch das Jugendprojekt „Ae- rosuhl“ wurde von der enga- gierten Suhler Grafikerin und Galeristin ins Leben gerufen. Das dritte Standbein der Ga- lerie ist die Pflege der Städ- tepartnerschaften mit sechs Städten aus den Ländern, Bulgarien, Polen, Finnland, Frankreich, Tschechien und Russland. Dankenswerter- weise hat sich diese Tradi- tion bis heute erhalten. Der Austausch mit Künstlern dieser Länder ist fester Be- standteil der Galeriearbeit. 2019 begeht die Stadt Suhl das 50- jährige Bestehen der Partnerschaft zu Kaluga. An- lässlich dazu wird das Künst- lerpaar Elfriede Raphael und Gerhard Heinrich die Werke seiner Reisen nach Russland und Budweis in einer großen Retrospektive zeigen. Die Galerieleiterin Gabriele Just hat sich Vielseitigkeit in der Auswahl der Künstler und Kontraste in den Techniken und künstlerischen Aus- drucksweisen auf ihre Fah- nen geschrieben. Aber immer ist die Qualität entscheidend, die Dringlichkeit, mit der ein Künstler zu uns spricht. Über den Jahreswechsel wird eine Ausstellung mit 4 Künst- lern aus Hiddensee gezeigt. Das Erlebnis, das die drei Ma- ler und der Bernsteinschlei- fer von ihrer Insel mitbrin- gen, ist sehr stimmungsvoll und eindringlich. Malerei, die sich der Natur und der fried- lichen Abgeschiedenheit auf der Insel widmet, lässt auch uns nicht unberührt. Erin- nerungen an glückliche Ur- laubstage und das stille ein- fache Leben ohne Verkehr, in beschaulicher Ruhe werden in uns wachgerufen. Aber auch aufrüttelnde politische und gesellschaftskritische Positionen hat die Galerie be- zogen durch den Maler Tors- ten Russ aus Lichtenfels und den Maler und Grafiker Lutz Gode aus Erfurt. Erstaunli- cherweise hat das gerade die jungen Besucher der Ausstel- lung angeregt und zu einer regen Auseinandersetzung mit der Gegenwart geführt. Die Führungen, die Suhler Schüler durch die Galerie machen, sind fester Bestand- teil der Galeriearbeit. Dafür steht die Leiterin in engen Kontakt zu den Schulen und der „Jugendschmiede“ Suhl. Das Projekt „Aerosuhl“ wird jedes Jahr kurz vor den Sommerferien von zahlrei- chen Helfern organisiert und durchgeführt und erlebt sei- nen Höhepunkt in einer Aus- stellung in der CCS- Galerie. Die Arbeit an einemabwechs- lungsreichen und vielseitigen Programm in der Galerie er- fordert weitreichende Kon- takte zu Künstlern, Kunstver- einen und anderen Galerien. Mittlerweile sind schon viele Veranstalter auf die CCS- Ga- lerie aufmerksam geworden und unter Künstlern ist sie sehr beliebt, ihres attraktiven Standortes wegen. Auch die Aufgeschlossenheit der Suhler Galeriebesucher wird anerkennend aufge- nommen. Es steht und fällt doch jede Kultureinrichtung mit ihremPublikum. Suhl hat eine aufgeschlossene kultur- interessierte Bevölkerung, die an vielen Veranstaltun- gen teilnimmt. Hier halten sich die Pflege der Tradition und die Aufgeschlossenheit für Neues die Waage. Deshalb wird die Galerie auch 2019 wieder ein spannendes und vielseitiges Programmbereit- halten. Nicht zu vergessen sind die Mitarbeiterinnen der Gale- rie, die wochentags von 13 - 17 Uhr und Sa und So von 11 - 17 Uhr für Besucher die Tür of- fen halten. Die Galerie ist je- derzeit einen Besuch wert. Text: GJ Widerstand gegen das NS-Regime imMittelpunkt AmHolocaust-Gedenktag 27. JanuarPremiere für dasHeft„Widerstand inSuhl 1933 - 1945“ derKleinenSuhlerReihe - Stadt Suhl erinnertmitGedenkveranstaltunganOpfer uhl. Am nationalen Ge- denktag an die Opfer der nationalsozialistischen Ära wird ein neues Heft der „Kleinen Suhler Reihe“ vor- gestellt. Nach der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt Suhl gemeinsam mit dem Verband der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten an Sonntag, dem 27. Januar 2019 um 10:30 Uhr im Foyer des Rathauses kommt das Heft unter dem Ti- tel „Suhler im Widerstand 1933 - 1945“ von Dr. Norbert Moc- zarski um 11:00 Uhr im Ober- rathaussaal zur Premiere. Etwa fünf Jahre lang arbeitete der Leiter des Thüringer Lan- desarchivs Meiningen Dr. Nor- bertMoczarski an demHeft. Es enthält Kurzbiografien von 30 Suhler Männern und Frauen, die im Widerstand gegen das NS-Regime waren und über- lebten. Zudem verfasste Dr. Moczarski mit Unterstützung von Ronny Renner und Sören Holland-Nell ein Gesamtver- zeichnis aller Suhler im Wi- derstand, das immer wieder ergänzt und erweitert wurde und nunmehr 622 Namen ent- hält. Damit dürfte Suhl eine der Städte sein, in der sich überproportional viele Men- schen der Diktatur der Natio- nalsozialisten widersetzten. Im Vorwort des Heftes heißt es dazu: „Zweifellos kann die Stadt Suhl damit als Hoch- burg des antifaschistischen Widerstandes in Thüringen und darüber hinaus gelten. Dieses Heft dokumentiert das in der vom Autor - der in der „Kleinen Suhler Reihe“ bereits Monografien zu Julius Kober, Fritz Sattler, Hugo Schmeis- ser und Arnold Zimmermann vorlegte - bekannten Art und Weise: bis ins Detail sauber recherchiert und voller Sach- kunde wertneutral notiert. Dr. Norbert Moczarski selbst sieht diese Arbeit als Zwi- schenstand der Forschung an, als Angebot für weitere Ver- tiefungen“, mit dem „das Team um Dr. Moczarski damit einen weiteren wichtigen Baustein zumMosaik Suhler Geschichte hinzufügt, als das die Hefte der „Kleinen Suhler Reihe“ gelten können.“ Zu den Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag 2019 inklusive der Buchvorstel- lung im Oberrathaussaal am Sonntag, dem 27.1.2019 ab 10:30 Uhr im Foyer bzw. 11:00 Uhr im Oberrathaussaal sind in- teressierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Das neue Heft kann an diesem Vormittag erstmals erworben werden. Text: H. Uske Heftcover (Layout: Text undDesign AnnetteWiedemann) Außenansicht der Galerie im CCS. Bild: Redaktion

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