Suhler Amtsblatt

NICHTAMTLICHER TEIL 1 SUHLER AMTSBLATT Oktober 2018 SUHLER AMTSBLATT OFFIZIELLES AMTSBLATT DER STADT SUHL UND AKTUELLE INFORMATIONEN Oktober 2018 13. Jahrgang · 10. Ausgabe · Suhl, 30. September 2018 Liebe Leserin, lieber Leser, ohne Zweifel hat uns der Herbst er- reicht und neben goldenen sonnigen Herbsttagen kann es durchaus ziemlich frisch werden. Doch Abhilfe ist in Sicht, verwöhntunsdochder18.Provinzschrei noch den gesamten Oktober bis zum 24. November mit fantastischen Ver- anstaltungen. Also nichts wie hin, vor die gemütlichen Bühnen unserer Stadt. Auch die Kirmes in Dietzhausen vom 12. bis zum15. Oktober wird den Besuchern ordentlich einheizen, startet die Kermes doch „nach der 300-Jahre-Feier im letz- ten Jahr“ in ihr „4. Kermes Jahrhundert“. Die Freunde der Medaillenkunst und der Münze kommen dann am 19. und 20. OktoberbeidenVeranstaltungendes27. MitteldeutschenMünzsammlertreffens unddesDeutschenMedailleurpreis2018 auf ihre Kosten. Behalten Sie sich bei aller kulturellen Vielfalt allerdings auch selbst imBlick, gerade in den dunkleren MonatensolltemannichtzudunkleKlei- dungtragen,um imStraßenverkehroder auf dem Weg zu den Veranstaltungen besser gesehen zu werden und denken Sie frühzeitig daran ihren Fahrzeugen die entsprechende herbst- und winter- taugliche Bereifung zu gönnen, denn bekanntlich sind die Werkstätten ab MitteOktoberbereitsstarkfrequentiert. Ihre Sicherheit ist uns ein ebenso großes Anliegen wie das kulturelle Angebot. Ihr Redaktionsteam Aus dem Inhalt Amtlicher Teil Entwurf eines Thüringer Gesetzes zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019................................S. 4 Information zur Verarbeitung personenbezogener Daten im Gesetzgebungsverfahren des Thüringer Landtags.................S. 4 Öffentliche Stellen- ausschreibungen.............. S. 4 – 7 1. Satzung zur Änderung der Satzung für das Jugendamt der Stadt Suhl.....................................S. 6 Fischerprüfung...........................S. 6 Bekanntmachung von Beschlüssen des Stadtrates...S. 6 Nichtamtlicher Teil 28. Selbsthilfetag.......................S. 3 Deutscher Medailleurpreis 2018........... S. 10 VHS Suhl Termine imMonat Oktober.................S. 11 Beratungsangebote für Oktober 2018...........................S. 11 Neues aus dem CCS..............S. 13 Was vor 50 Jahren geschah.................S. 14 Hüttenzauber 2.0...................S. 14 Was vor 100 Jahren geschah..............S. 15 Die„ ‚Alte’ Suhler Hütte“ Die „ ‚Alte’ Suhler Hütte“, welcher bereits ein Bau an anderer Stelle voraus ging, wurde vor 90 Jahren, am 14. Oktober 1928, am Rosenkopf eingeweiht. Für all jene, die eine reizvolle Landschaft erleben, die Thürin- ger Höhenluft einatmen oder einfach nur dem Alltag ent- fliehen wollen, war und ist die „Suhler Hütte“ in 924,6 m Höhe ein geeigneter Ruheplatz. Wer nun in den 1920er Jahren den Plan zur Errichtung einer Schütz- hütte für die Rennsteigwanderer schmiedete, wird wohl nicht so recht zu verfolgen sein. Waren es die Herren Helmut Liebmann/ Ingenieur, Walter Kelber/Färberei- besitzer, Herr Kummer und Oskar Stadler/Druckereibesitzer oder der uns bekannte Suhler Heimatdichter Julius Kober? Sicher ist, sie waren alleMitglieder des Jungdeutschen Orden. Als die Baugenehmigung vor- lag, begannen die jüngeren Or- densbrüder direkt am Höhenweg „Rennsteig“ mit den Vorbereitun- gen. Viele Helfer fanden sich ein, um den Bau der Hütte zu verwirk- lichen und so soll Ende 1927 der Rohbau gestanden haben. Die feh- lenden Fenster und Türen wurden dann Pfingsten 1928 eingebaut. Die Inneneinrichtung bestand zu- nächst aus einfachen Tischen, Bän- ken und einen Kanonenofen. Der Schlafboden als Not-Nachtquartier war über eine Leiter zu erreichen. Einen Abend vor der offiziel- len Hüttenweihe fand im Lokal „Jungsgarten“ (heute Nähe Agen- tur für Arbeit) ein Heimatabend statt, zudem auch Mitglieder des Thüringerwald-Vereins und dem Kyffhäuser-Bund angeschlossene Vereine geladen waren. Der damalige Suhler Rechtsanwalt Herr Dr. Zimmer-Vorhaus begrüßte alle Gäste und Dr. Julius Kober rühmte in seiner Festrede u. a. die Verbundenheit zur Heimat, worauf er tosenden Beifall erhielt. Letztlich wurde die „Suhler Hütte“ am 14. Oktober 1928 eingeweiht. Diese Feier wird in dem Heft „Suhler Hütte - Geschichte und Geschich- ten“ von Edgar Röder durch Curt Eckstein wie folgt beschrieben: „Über der Tür ein Tannenzweig mit einigen bunten Krepppapier- streifen als Richtschmuck. Es war ein kleines, lagegemäßes Richtfest mit einer außergewöhnlichen Sonderheit: Die Musik und ein Gottesdienst kamen aus einem kleinen bestaunten Lautsprecher an der Wand neben einem Stück Schwartenbrettmit eingebrannten Buchstaben: ‚Suhler Hütte’.“ Die Suhler Zeitung berichtete: „... Vom frühen Morgen an herrsch- te auf den Anmarschwegen zur Schmücke lebhaftes Treiben. Von allen Seiten kamen die Kraftwa- gen, Lastautos undmarschierende Kolonnen von Ordensbrüdern mit Gesang, Musik und Bannern. Sämt- liche Räume der Schmücke waren besetzt. Die nasse Witterung und der Neuschnee hatten die Brüder um den Thüringer Wald nicht abhalten können, zur Weihe der Suhler Hütte zu kommen. Gegen 12 Uhr Mittag war der Aufmarsch be- endet. Über 800 Brüder des Jung- deutschen Ordens der Großballei Thüringen-Franken stellten sich in sechs Staffeln auf der Schmü- ckewiese auf und zogen dann geschlossen zur Suhler Hütte.“ Als unvergesslicher Augenblick wurde das Hissen des Ordensban- ner beschrieben, denn just brach wohl die Sonne durch die Wolken und die Südthüringer Höhenzüge waren klar in der Ferne zuerken- nen, so z. B. der Großer Beerberg (982 m) und der Schneekopf (978 m). Im Sinne des Jungdeutschen Ordens sollte die Suhler Hütte dem Gemeinschaftsgeist, so z. B. durch die eigenständige Bewirtschaf- tung, dienen. Dass der Färberei- besitzer Walter Kelber (*17.7.1900 +17.2.1974) der erste „Hüttenvater“ war, belegt der Schlüsselring mit den Worten „Unserem Hüttenva- ter“ und Br. Walter Kelber“. Eine symbolische Schlüsselübergabe ist nicht dokumentiert. Die ebenfalls noch existierenden Hüttenbücher beschreiben durch niedergeschriebene Verse und Gedichte das gesellschaftliche und politische Leben der damaligen Zeit, aber vornehmlich die Verbun- denheit zu Fauna und Flora. NachdemdieHütte kurz vor Kriegs- ende völlig zerstört war, fand im Jahr 1946 eine Grundsanierung statt. Zu Beginn der 1950er Jah- re wurde sie zum Jugendobjekt der FDJ. Diese nahm sich der zu dieser Zeit trostlosen Hütte an und stattete sie mit Schlafdecken, Bettlaken, Geschirr und Kerzen aus. Fortan beherbergte die Suhler Hütte wieder Wanderfreunde und Naturliebhaber, zumeist jedoch nutzten FDJ-Jugendgruppen die Übernachtungsmöglichkeit gegen einen kleinen Obolus. So nach und nach wurde die In- nenausstattung erneuert und gemütlich hergerichtet. Ein neuer Ofen wurde gesetzt, für den zur Winterzeit jeder Gast zwei Briketts mitbringenmusste. Das Brennholz hierfür wurde bereits in den Som- mermonaten gesammelt. Immer wieder erfolgten Verschö- nerungsarbeiten innenwie außen, bis die Hütte 1969 von der einsti- gen 1. PolytechnischenOberschule (POS) übernommen wurde. Um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden, halfen Schüler und Eltern sowie Lehrer bei der Umgestaltung der Hütte. Doch diese Ära dauerte nur bis 1972 und es gab wieder einen Betreiberwechsel. Das neue Hüttenaktiv erneuerte den Fußboden und baute eine Warmluftheizung ein, die es er- möglichte, den Aufenthalts- und Schlafraum von der Küche aus zu beheizen. 1977 konnte das Hüttenteam3.000 Übernachtungen zählen. Da die Bedingungen noch immer ungünstig waren, so nur fließen- des Wasser an der Quelle, kein WC und auch kein Strom, entstand die Idee eine neue „Suhler Hütte“ zu errichten. Vom Verein „Bergfreunde Suhler Hütte e.V.“ wurde in den Jahren 1986 - 1992 in ca. 35.000 Std. frei- williger Arbeit die „Neue Suhler Hütte“ erbaut. Die „ ‚Alte’ Suhler Hütte“ ist komplett saniert und bietet als Selbstversorgerhütte mit Einbauküche, gemütlichem Aufenthaltsraum mit Kachelofen und einer Sanitärzelle jederzeit 15 Lager. Streifzüge unterschied- lichster Art im Sommer wie auch im Winter können von hier aus gestartet werden. Das Winterwegenetz mit gespur- ten Pisten und Skiwanderwegen beträgt bis ca. 100 km. Die Winter- sportregion umOberhof ist einfach zu erreichen. Zum GutsMuths- Rennsteiglauf mit ca. 15.000 Akti- ven ist die „Suhler Hütte“ Verpfle- gungsstation für Wanderer und Nordic Walker. Sie ist im Übrigen die zweithöchste Wanderhütte Thüringens. L: Suhler Hütte, Foto: Paul Klein 1959 / R: Suhler Hütte, Foto: Thomas Dreger 2008

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