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„Medea“ verabschiedet sich vom Spielplan – Derniere am 9. Dezember

Meiningen. Zum letzten Mal präsentieren Schauspielerin Ulrike Walther und Cellist Oliver Schwieger am Samstag, dem 9. Dezember (20 Uhr, Kammerspiele) Medea in einer Collage aus unterschiedlichen Texten der Literaturgeschichte, wie das Management des Meininger Staatstheaters informiert. Karten sind an der Theaterkasse vor Ort, unter 03693 451-222 und 451-137 sowie www.meininger-staatstheater.de erhältlich.

Noch heute zählt Medea zu den bekanntesten Frauen der Weltliteratur; doch keinem Schriftsteller gelang es, die Figur in reiner Schärfe zu typisieren und zu charakterisieren. Gemeinsam mit Schauspielerin Ulrike Walther hat Regisseur Patric Seibert eine Fassung geschrieben, in der die unterschiedlichen Entwicklungen des gesellschaftlichen Frauenbildes verschiedener Texte – von Euripides über Franz Grillparzer bis hin zu Heiner Müller und Christa Wolf – an der Zentralfigur Medea abgerieben werden. Erzählt wird die Geschichte einer Frau im mittleren Alter, die sich fragt, ob das Leben mit Mitte 40 bereits vorbei sein soll. Oliver Schwieger (Meininger Hofkapelle) hat für die Inszenierung eine eigene Komposition entwickelt, die sich musikalisch aus dem Rhythmus des Textes „Ich will nicht Medea sein“ variiert. Er ist nicht nur Cellist des Abends, sondern die Gegenstimme Medeas und skizziert einen klassischen Mann-Frau-Konflikt zwischen Nähe und Distanz, wie er sich auch in der gescheiterten Beziehung Medeas und Jasons wiederfinden lässt.

Die Liebe ist unmöglich festzuhalten. Die Liebe ist ein Wagnis ohne Sicherheitsnetz. Medea und Jason versprechen sich, einander zu lieben – für immer. Medea hat in Jason denjenigen gesehen, für den sie bereit war, die Familie zu verraten und die Heimat zu verlassen, um mit dem sagenumwobenen Goldenen Vlies im Gepäck mit ihm in die Fremde zu gehen. Doch das gemeinsame neue Leben ist ganz anders als die romantische Projektion. Wie können wir, Unterschiedliche, zusammen leben? Wie können wir zusammen lieben? Und was geschieht, wenn die Liebe aufhört und das Trennende überdeutlich wird. Wenn Hass, Verachtung, Missgunst an ihre Stelle treten. Wenn wir unsere Identität für die Liebe hingegeben haben und wir plötzlich wieder zurückgeworfen sind auf uns selbst. Was ist dann möglich? Alles! Auch der Mord derjenigen, die uns am liebsten sind.

Stückfotos: Marie Liebig