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Martin Truckenbrodt: „Zwei Kreisstädte bedeutet zwei Landkreise“

Forderung nach Auflösung des Wartburgkreises erneuert und untermauert

Frankenblick. Für Martin Truckenbrodt, Vorsitzender und Akteur des Vereins Henneberg-Itzgrund-Franken e. V., kann die Ankündigung eines wiedervereinigten Wartburgkreises mit zwei Kreisstädten nur eine logische Konsequenz bedeuten: Die Auflösung des Wartburgkreises und damit die Wiederherstellung der ehemaligen Landkreise Eisenach und Bad Salzungen.

Nach Truckenbrodts Auffassung war die Gründung des Kreises Bad Salzungen, neben der Gründung des Kreises Sömmerda, die einzige sinnvolle größere Maßnahme der Kreisgebietsreform 1950/1952 gewesen. Es machte damals, 34 Jahre nach dem Ende der Monarchie, hochgradig Sinn, den erst zwischen 1741 und 1816 entstandenen Verwaltungsbezirk des ehemaligen Eisenacher Oberlandes, welcher kulturell und historisch zwischen Ost- und Nordhessen und dem heutigen fränkisch geprägten Südthüringen steht und diesbezüglich nur sehr wenig Bezug zu Thüringen besitzt, mit dem zuletzt bis 1920 zu Sachsen-Meiningen gehörenden Bereich um die Städte Bad Salzungen und Bad Liebenstein entlang der Werra in einen neuen Landkreis zwischen Thüringer Wald und Rhön zu vereinen. „Der ehemalige Kreis Bad Salzungen ist bei sprachlich-kultureller und historischer Betrachtung durchaus komplex, er weist vorrangig eine fränkische Prägung, aber im Westen zusätzlich auch hessische und im Norden zusätzlich auch thüringische Einflüsse auf. Zusammenfassend betrachtend ist er jedenfalls unbestritten ein Teil des heutigen Südthüringen“, stellt Truckenbrodt zusammenfassend fest.

Bereits seit Januar 2015 fordert Martin Truckenbrodt im Namen seines 2013 gegründeten Vereins eine Auflösung des 1993/1994 geschaffenen Wartburgkreises. Er stellte damals zudem eine zu bemängelnde, nicht vorhandene Übereinstimmung der Gebiete der Planungsregion Südwestthüringen, der Handwerkskammer Südwestthüringen und der Industrie- und Handelskammer Südthüringen fest. Der wiederhergestellte Kreis Eisenach soll nach Ansicht des Vereins im Rahmen einer gebietstechnischen Konsolidierung der Planungsregion Mittelthüringen und der Handwerkskammer Erfurt zugeordnet werden. Der wiederhergestellte Kreis Bad Salzungen soll hingegen der IHK Südthüringen zugeordnet werden. Dafür könne dann der Ilm-Kreis der IHK Erfurt zugeordnet werden. Eine derartige Gleichziehung der Gebietsstrukturen sei im Sinne einer Maximierung von Synergieeffekten äußerst sinnvoll und nachhaltig. Dann könne man die um Eisenach verkleinerte Planungsregion Südwestthüringen auch in Henneberg-Franken oder Nordfranken umbenennen. Bei den bayerischen Regierungsbezirken Ober-, Unter- und Mittelfranken und der baden-württembergischen Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken sei diese Würdigung und Anerkennung der kulturellen Prägung der Region ja auch kein Problem.

Truckenbrodt fragt sich, ob jetzt nun auch die 1993/1994 degradierten Kreisstädte Schmalkalden, Ilmenau, Rudolstadt, Stadtroda, (Leinefelde-)Worbis, Bad Langensalza und Weißensee für sich den Status einer Co-Kreisstadt einfordern werden. „Unsere erstmals im Januar 2015 geäußerte Idee einer Aufwertung der Planungsregionen zu einer Art Verwaltungsgemeinschaften der Landkreise und kreisfreien Städte, welche entgegen der Auslegung der Landesregierung keine neue Verwaltungsebene darstellen würde, würde sehr gut zu solchen Bestrebungen passen. Ohne größere Einheitslandkreise zu erzwingen, könnten trotzdem größere Landkreisstrukturen geschaffen werden. Die würden mit nur teilweise zentralisierten Aufgaben und Behörden dennoch eine Auflösung der Mittleren Verwaltungsebene in Thüringen, z.B. des Landesverwaltungsamtes, ermöglichen. In Thüringen ist nicht die Kommunalverwaltung zu teuer, es ist die aufgeblähte Landesverwaltung, welche u.a. unnötige Mehrfachverwaltung und damit im Vergleich zu anderen Bundesländern überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten pro Kopf verursacht.“

Quelle/Grafik: Martin Truckenbrodt (HIF e. V.)

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