Neue Henneberger Zeitung online

SINGLE!!!

CONTENT-SINGLE!!!

„Kommune 2069 – eine sozialökologische Vision“

Vortrag und Gespräch mit Prof. Frank Eckardt von der Bauhaus-Universität Weimar

Zella-Mehlis. Am Mittwoch, dem 26. Juni 2019, wird ab 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Zella-Mehlis Prof. Frank Eckardt von der Bauhaus Universität Weimar im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Querdenken“ zum spannenden und hochbrisanten Thema „Kommune 2069 – eine sozialökologische Vision“ sprechen und danach in die Diskussion mit den Besuchern gehen.

In diesem Jahr feiert die berühmte Bauhaus-Kunst-, Design- und Architekturschule ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Protagonisten jener Schule entwickelten in den Jahren 1919 bis 1933 ein völlig neues „Lebens“-Model, welches sich im Interesse des menschlichen Miteinanders der Zusammenführung von Kunst und Handwerk verschrieben hatte. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurden die Bauhaus-Ideen offiziell verbannt, insgeheim überlebten sie aber bis heute und haben Generationen von Künstlern, Handwerkern, Architekten, Forschern und Designern beflügelt. Prof. Frank Eckhardt – eben von jener gleichnamigen Bauhaus-Universität aus Weimar – wird sich in seinem Impulsvortrag dem Thema „Kommune 2069 – eine sozialökologische Vision“ widmen. Der Titel der Veranstaltung nimmt übrigens Bezug auf das Jubiläum des Bauhauses, welches 2069 dann 150 Jahre existiert.

Kommunen als Träger großer Transformationsprozesse

Kommunen sind als Gemeinde die kleinsten und untersten Verwaltungseinheiten – idealerweise Gestaltungseinheiten – des Bundes. Sie sind direkt von den Auswirkungen ökologischer, sozialer und kultureller Herausforderungen betroffen und damit lokale Träger großer Transformationsprozesse. Das Gemeinwohl der Kommune ist ohne die Perspektive von Zukunftssicherheit (Resilienz) grundsätzlich nicht realistisch. Der von vielen Experten diagnostizierte Klimawandel und Artenschwund erzwingen einen sozial-ökologischen Wandel. Prof. Dr. Eckardt beschäftigt sich in seinem Vortrag mit neuen Denkweisen und Handlungsoptionen, um vorhandene Lebensqualitäten an künftige Entwicklungen und perspektivische Zukunftszenarien anzupassen. Hierbei spielt die Frage „Change by disaster or change by design“ („Wandel durch Katastrophe oder Wandel durch Gestaltung“) eine tragende Rolle. Dass Stadtgestaltung heute dem Leitbild der unternehmerischen Stadt unter Wachstumszwang und Standortwettkämpfen folgt, wird thematisch aufgegriffen. Prof. Eckardt schlägt hier den Bogen zum Klima- und Biodiversitätsalarm. Er stellt dar, dass es einen Paradigmenwechsel in Form eines demokratischen Transformationsprozesses benötigt. Nur so sei globale ökologische und soziale Gerechtigkeit zu sichern.  Um Zukunftsfähigkeit zu garantieren, sollte laut Prof. Eckardt, Stadtplanung und -entwicklung nicht nur Trends der Vergangenheit und Bedürfnisse der Gegenwart im Blick haben, sondern Bedingungen der Zukunft mitdenken.

 Prof. Frank Eckardt

Frank Eckardt wurde 1967 in Gelsenkirchen geboren und ist bereits seit zwanzig Jahren in der Bauhaus-Universität Weimar tätig. Schon als Wissenschaftlicher Mitarbeiter zog es ihn in den Fachbereich Stadtsoziologie. Im Jahr 2002 promovierte Eckardt als Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Kassel. Danach kehrte er nach Weimar zurück, um als Juniorprofessor für Soziologie am Institut für Europäische Urbanistik zu lehren. In den folgenden Jahren lehrte er neben seiner Tätigkeit an der Bauhaus-Universität in Paris und Frankfurt. Seit 2009 ist er wieder ausschließlich in Weimar tätig und leitet heute die Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung. Seine Publikationsliste der letzten Jahre umfasst Monographien zu den Themen Gentrifizierung und Stadtforschung, zahlreiche Fach- und Buchartikel sowie eigene herausgegebene Bücher.

Querdenken ist eine Veranstaltungsreihe des Vereins Provinzkultur e.V., des Projekts AUFWIND und weiterer. Angesichts weltweiter globaler Umwälzungen, tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen und unsicheren Zukunftsszenarien versuchen die Akteure, den intermedialen Diskurs in der Heimatregion anzuregen und alternative Denk-, Wirtschafts-, Bildungs- und Lebensmodelle vorzustellen.

Tickets gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet unter www.provinzkultur.de

Text: AUFWIND, ein Projekt der Stadt Zella-Mehlis und des Kunst- und Kulturvereins Zella-Mehlis e.V.; Foto: Agentur

SAMMLUNG!!!

Das könnte auch interessant sein:

Diese Website verwendet Cookies und andere Methoden, um Inhalte und Werbung zu optimierieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Ausführliche Informationen zu diesen Themen sind in unserer Datenschutzerklärung zu finden. Mit der Nutzung unserer Website erklärt sich der Nutzer mit der Verwendung der dort beschriebenen Verfahren einverstanden.