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Agrarstaatssekretär Sühl fordert gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land

Erfurt/Leipzig (lr). Beim agrarpolitischen Forum der größten mitteldeutschen Landwirtschaftsmesse ‚agra‘ in Leipzig unterstrich Thüringens Agrarstaatssekretär, Dr. Klaus Sühl, heute die zentrale Bedeutung der ländlichen Räume für Thüringen: „Es bleibt unsere wichtigste Aufgabe, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen zu schaffen. Thüringen ist ländlich geprägt, die meisten Menschen leben in Dörfern und kleinen Städten. Ihre Leistungen gilt es anzuerkennen und zu unterstützen. Für eine Annäherung der Wirtschaftskraft innerhalb Deutschlands müssen wir auch die ländlichen Regionen fördern.“

Im Rahmen der Landwirtschaftsmesse ‚agra‘ findet traditionell das agrarpolitische Forum statt, bei dem sich die Landwirtschaftsministerinnen und -minister der Länder mit den Fachverbänden zu aktuellen politischen Themen austauschen. In diesem Jahr wurden die Perspektiven der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Europa nach 2020 thematisiert. Für die Ausgestaltung der GAP nach 2020 verlangt die EU bis zum 1. Januar 2020 von jedem Mitgliedsstaat ein eigenes nationales Strategiepapier.

„Die Gemeinsame Agrarpolitik in Europa und die künftige Mittelverteilung hat eine große Bedeutung für die Entwicklung der ländlichen Räume und für die Beschäftigten in der Landwirtschaft. Bei der Ausgestaltung des deutschen GAP-Strategieplans müssen Thüringen und die anderen ostdeutschen Länder aktiv beteiligt werden, damit unsere Agrarstrukturen angemessen berücksichtigt werden und eine verhältnismäßige Verteilungen der Mittel zwischen den Ländern gewährleistet ist“, so Sühl. „Unser zentrales Anliegen ist es, die Thüringer Agrarbetriebe mit ihren Arbeitsplätzen in den ländlichen Regionen zu erhalten.“

Die ca. 3.600 landwirtschaftlichen Betriebe Thüringens beschäftigen fast 23.000 Menschen. Der Agrarsektor ist ein wichtiger Partner der verarbeitenden Ernährungswirtschaft, die über 16.000 Menschen beschäftigt und mit einem Jahresumsatz von 3,6 Milliarden Euro zu den stärksten Wirtschaftsbranchen Thüringens zählt.

Für die GAP nach 2020 plant die EU, die Mittel für den Agrarsektor zu reduzieren und die EU-Kofinanzierungssätze zu senken. Zudem enthält der vorliegende Kommissionsvorschlag für die Beteiligung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) keine Regelung zu „Übergangsregionen“. Das hätte vor allem erhebliche Auswirkungen auf die ostdeutschen Landeshaushalte. Nach den aktuellen Plänen der EU könnte der bisherige Beteiligungssatz von 75 Prozent bei Investitionen auf 43 Prozent abgesenkt werden.

Staatssekretär Sühl sieht hier den Bund in der Pflicht, sich auf EU-Ebene für die ländlichen Regionen stark zu machen: „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich für die Beibehaltung der Gebietskategorie Übergangsregionen einsetzt, um eine ausreichende Mittelausstattung zur Förderung der ländlichen Regionen in den ostdeutschen Bundesländern abzusichern. Wenn die Kürzung der EU-Mittel nicht abgewendet werden kann, muss der Bund einen finanziellen Ausgleich zur Förderung des ländlichen Raums sicherstellen. Wir sind es den Menschen in den ländlichen Räumen und künftigen Generationen schuldig, uns mit aller Kraft für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen einzusetzen. Stadt und Land sind strukturell voneinander abhängig und können nur miteinander gedeihen. Wer den ländlichen Raum fördert, erhält auch lebenswerte Städte.“

Die größte mitteldeutsche Landwirtschaftsmesse ‚agra‘ findet alle zwei Jahre auf dem Messegelände in Leipzig statt und ist ein großer Publikumsmagnet, nicht nur für die Fachbranche, sondern auch für alle Interessierten aus Stadt und Land. In diesem Jahr ist sie vom 25. bis zum 28.4.2019 für Besucher geöffnet.

Traditionell beteiligt sich auch die Thüringer Agrar- und Ernährungswirtschaft mit einem Gemeinschaftsstand in Leipzig. Dort präsentieren dieses Jahr drei Unternehmen und auch drei Vereine ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem Marktplatz der Ernährungswirtschaft. Für die anwesenden Unternehmen ist der mitteldeutsche Wirtschaftsraum der Kernabsatzmarkt für Thüringer Qualitätsprodukte.

Text: TMIL, Antje Hellmann

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