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Neue Henneberger Zeitung EXTRA AUSGABE OKTOBER 2019 | SUHL UND UMGEBUNG Ilmenauer Str. 3 · 98527 Suhl Telefon 03681/30 92 44 www.bwg-suhl.de Fortsetzung auf Seite 3 26 i 10 i 2019 Off Road Trophy Dietzhausen am Schmeheimer Berg https://www.facebook.com/ORC.Dietzhausen Off Road Club Dietzhausen e.V. 29. THE R E S I E N F E S T __________________________________________________ 2–6.OKTOBER2019 HILDBURGHAUSEN Mit großem Festumzug www.theresienfest.de www.hildburghausen.de Wann der erste Bergbau imGebiet um Vesser stattgefunden hat, lässt sich heute nicht mehr nachwei- sen. Eine Urkunde aus dem Jahre 900 nennt eine Lokalität namens Vesser, wo Eisen geschmolzen (zu- sammengeblasen) wird („… Uez- zerun ubi ferrumconflatur…“). Der Suhler Ortsteil Vesser nahm diese Urkunde zum Anlass, im Jahr 2000 das 1100. Ortsjubiläum zu feiern. Befunde für mittelalterliche Wald- schmieden am Ruppbach und der für 1406 beurkundete Eisenham- mer in der heutigen Ortslage be- legen, dass bereits damals Bergbau umgegangen war. ImFeld des „Roten Crux“ findenwir den wahrscheinlich ältesten Berg- bau am Fuß des Eisenbergs, da die hier vorkommenden Roteisenerze (daher der Name: „Roter Crux“) im Rennfeuer (= älteste Verhüttungs- methode) gut schmelzbar waren. Der Abbau dieser Erze erfolgte über kleinere Schachtanlagen, die später über einen oberen Stollen und letztendlich über den Tiefen Gloriastollen Wasserlösung erhiel- ten. Dieser Stollen diente später- hin auch zum Abtransport der im „Schwarzen Crux“ gewonnenen Magneteisenerze. Für die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg sind keine Grubennamen und nur we- nige Daten überliefert. In der Zeit von 1647 bis 1750 fand Abbau auf denGruben „Glückauf“, „Elisabeth“ und „Gloria“ statt. Diese bildeten zusammen schließlich ein großes Bergwerk, das im 19. Jahrhundert mit dembenachbarten „Schwarzen Crux“ verbunden wurde. Der schwarze Magneteisenstein, wie er im „Schwarzen Crux“ ge- wonnen wurde (daher der Name), war schwer schmelzbar und im anfänglichüblichenRennverfahren in reiner Formnicht verhüttbar. Erst durch die Einführung der Blau- und Hochöfen Mitte bis Ende des 17. Jahrhunderts konnte man diese Erze vorrangig verarbeiten. Mit der „Erbauung eines Hohen Ofens zu Schmiedefeld“ 1647–1650 begann auch der Abbau der Eisenerze im Bereich des „Schwarzen Crux“. Nach dem „Extrakt des herrschaft- lichen Eisenstein-Zehntens aus dem Suhlaer Berg-Amts-Revier“ wurde 1732–1742, mit Unterbrechungen, auch der „Schwarze Crux“ bebaut. Das rege Bergbautreiben dauerte in allen Grubenfeldern bis etwa um 1750 an, um 1775 ruhte die Abbau- tätigkeit. Ab 1780 bis 1818 erfolgte eine Nutzung der Erze aus den Grubenfeldern des „Schwarzen“ und „Roten Crux“. Nach einer Aufstellung gangbarer Grubengehörte 1827der „Schwarze Crux“ zu den drei besten jener Zeit im Hennebergischen. In der Folge (um 1840) gelangten die „Vereinig- ten Cruxzechen“ in den Besitz des „Henneberger Glashüttenvereins“, der den hennebergischen Mineral- reichtum der Suhler Eisenindustrie nutzbar zu machen suchte und dazu auch die Königliche Eisen- hütte „Neuwerk“ bei Schmiedefeld erwarb. Als am 6. April 1858 die Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb „Hennebergia“ zu Suhl ins Leben gerufen wurde, traten dessen Mitglieder derselben als Aktionäre bei. Mittels zweier Schächte, des Mathilden- und des Carolinenschachtes, wurden am „Schwarzen Crux“ ein bedeutendes Magneteisenstein- sowie ein Gra- nateisensteinlager aufgeschlossen. Nach der Auflösung der „Henne- bergia“ AG 1863 fand nur noch ein gelegentlicher Abbau durch private Kleinunternehmer statt. Von 1912–1924 nutzte die Eisen- werks-Gesellschaft Maximilianshüt- te/Unterwellenborn die Eisenerze des „SchwarzenCrux“. Inden Jahren 1952–1954 fanden Erkundungen zur Abbauwürdigkeit statt, mit dem Ergebnis, dass die Gruben ab 1954 endgültig auflässig blieben. Zwischen 1977 und 1979 wurden alle Tagesöffnungen sowie einige oberflächennahe Grubenanlagen im Gebiet bergmännisch verwahrt. Könnte schon seit zehn Jahren seinen Ruhestand genießen: Der aus Augsburg stammende Inhaber des „Schwarzen Crux'“ Karl Rieger ist immer noch als Wirt und Bergwerksführer imEinsatz. Rund umdas Gasthaus „Schwarzer Crux“ beimSuhler Ortsteil Vesser ist ein Bergbauerlebnisbereich entstanden. Ausblühungen von Sekundärmineralen (Azurit). designed by xperformance, Foto 123rf.Kuzma FELIX MENDELSSOHN-BARTHOLDY FREITAG I 4. OKTOBER 2019 I 19 UHR SUHLER HAUPTKIRCHE JULIAKIRCHNER SOPRAN | MARIANDIJKHUIZEN ALT ANDRÉKHAMASMIE TENOR | DANIELBLUMENSCHEIN BASS MEININGERKANTOREI | SUHLERKANTOREI MEININGERHOFKAPELLE LEITUNG | PHILIPPCHRIST Vorverkauf | Touristinformationen inSüdthüringen Tickethotline | 03681-707165 www.mkgd.de Suhl. Die Stadt Suhl einschließlich Ortsteile kann auf eine bedeutende Bergbaugeschichte zurückblicken, mit der sie den weitaus bekannte- ren Städten und Stätten des historischen Bergbaus im Erzgebirge in nichts nachsteht. Nun ist es schon über 20 Jahre her, dass man sich des Montanwesens der Vorzeit nach langemVergessenwieder verstärkt zu- wandte. Es wurden umfangreiche Erkundungen gestartet, Broschüren und Informationen veröffentlicht, es entstanden Bergbauwanderwege Kurzum: Das Thema Bergbaugeschichte war in aller Ohr. Genau in dieser Zeit, 1998, verschlug es den Augsburger Unternehmer Karl Rie- ger in den Thüringer Wald. Als neuer Eigentümer des Waldgasthauses Schwarzer Crux wurde er sofort mit dem bis dahin verschlossenen Bergwerk gleichen Namens unter dem Haus konfrontiert und mit dem Bergfieber infiziert. Auf Karl Riegers Initiative hin entstand an und unter der Gaststätte ein Bergbauerlebnisbereich mit Besucher- bergwerk, Ausstellung und Kinderbergwerk. 4.10. –7.10.2019 KERMES in Dietzhausen

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